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Starke Auftragslage im tschechischen Bauwesen führt zum Personalmangel und Preissteigung

28.6.2017

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Laut einer aktuell veröffentlichten Analyse des Forschungsunternehmens CEEC Research führt der gegenwärtige starke Anstieg von Aufträgen im Bauwesen in Tschechien zur Überlastung von Bauplanungsunternehmen und einem ernsten Mangel an Projektanten und Bauplanern. Die Auslastung der Bauplanungsunternehmen befinde sich momentan bei 96 %.

Der Hauptgrund dafür sind die sprunghaft gestiegenen öffentlichen Investitionen, die in den ersten Monaten 2017 um 847 % (um 6,9 Mrd. CZK = ca. 260 Mio. EUR) höher waren als im selben Zeitraum des Vorjahres. Viele Bauplanungsunternehmen haben daher keine freie Kapazität mehr.

Die Bauplanung und das Genehmigungsverfahren von insbesondere großen Bauprojekten in Tschechien ist mit vielen Verzögerungen und externen Eingriffen verbunden. Dies macht die Bauprojektierungsbranche besonders unberechenbar und unstabil. Laufende Projektierungen und Genehmigungsverfahren werden oft von diversen Gegnern und Interessenverbänden angefochten, in der Regel mit unklaren Zielen, was die Dauer der Vorbereitung, etwa bei wichtigen Verkehrsbauten, enorm verlängert.

Einen destabilisierenden Einfluss nimmt auch der tschechische Staat ein, in dem er in den einzelnen Jahren die Höhe der öffentlichen Investitionen in die Bauvorbereitung und Bauplanung stark ändert. So wurde z.B. die Bauvorbereitung in den Jahren 2010 bis 2014 stark reduziert, wobei die Finanzmittel für diesen Bereich im Jahr 2015 massiv aufgestockt wurden, da die bereits früher zugesagten EU-Mittel ausgegeben werden mussten.

Die Tschechische Straßen- und Autobahndirektion (RSD) plant im Jahr 2017 für die Bauvorbereitung insgesamt 2,4 Mrd. CZK (ca. 90 Mio. EUR) auszugeben. In den folgenden Jahren ist ein Jahresbetrag i.H. von ca. 2 Mrd. CZK (ca. 75 Mio. EUR) geplant.

Eine starke Auftragslage, sowohl im Bereich der Bauplanung als auch im allgemeinen Bauwesen in Tschechien, führt zu einem immer ernster werdenden Personalmangel. Ein wichtiger Faktor hierbei ist auch die Tatsache, dass in den vorherigen, für die tschechische Baubranche schwachen und problematischen Jahren, eine Reihe von Leuten die Branche verlassen haben und nicht mehr zurückkehren wollen. Dies führt dazu, dass momentan im Bauwesen in Tschechien 357.000 Mitarbeiter beschäftigt werden, also um 50.000 Beschäftigten weniger, als vor zehn Jahren.

Es ist daher in absehbarer Zeit zu erwarten, dass die Nachfrage im Bauwesen die verfügbaren Kapazitäten übersteigt, was höchstwahrscheinlich zu einem Preisanstieg führen wird.

 

Quelle: CEEC Research (www.ceec.eu)

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