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Arbeitskräfte in Tschechien werden immer knapper

Prag, den 21.Januar 2008 - Aufgrund massiver Investitionsanreize hat Tschechien in den letzten Jahren einen großen Zufluss von Investitionen verzeichnet. Zusammen mit einem starken Wirtschaftswachstum führte es zu einer Senkung der Arbeitslosigkeit und hat es einen Mangel an Arbeitskräften verursacht. Die angespannte Lage hat sich nun von Prag auf fast alle Regionen Tschechiens ausgeweitet. Probleme mit fehlenden Arbeitskräften werden außer Prag z.B. in den Regionen Pilsen, Budweis, Süd- und Nord-Mähren gemeldet.

Die neuen Fertigungsstädte der durch Investitionsanreize nach Tschechien gelockten ausländischen Investoren haben die Reservoirs der freien Arbeitskräfte ausgeschöpft, was die einheimischen Unternehmen stark kritisieren. Mehrere regionale Handelskammern haben sich über diese Lage offiziell beim Industrie- und Handelsminister Tschechiens Herrn Martin Riman beschwert und eine Abschaffung der direkten Investitionsanreize gefordert. Der Minister hat sich schon im Laufe des letzten Jahres für die Abschaffung der Anreize für die verarbeitende Industrie ausgesprochen. Ein entsprechender Regierungsbeschluss hat es jedoch noch nicht gegeben. In Nord-Mähren wird die Lage nach der Eröffnung der Autofabrik der koreanischen Herstellers Hyundai äußerst kritisch. Das Werk sollte bis 2010 3.500 Beschäftigte haben. Trotz einer offiziellen Arbeitslosenquote von 9,6 % ist die Suche nach freien Arbeitskräften in dieser Region sehr schwierig.

Es wird immer mehr klar, dass ein weiteres Wirtschaftswachstum Tschechiens ohne Zufluss ausländischer Arbeiter kaum möglich ist. Bislang galt dies nur für ausgewählte Wirtschaftszweige, z.B. Bauwesen, Autoindustrie  oder Maschinenbau. Inzwischen ist es der Fall für die gesamte tschechische Wirtschaft. Selbst der Zufluss der Arbeitskräfte aus der Slowakei, der Ukraine und aus Russland kann die Nachrage nicht mehr ausreichend decken. Der Zufluss lässt auch nach, weil diese Länder selbst einen Aufschwung erleben und die Arbeitskräfte zu Hause gut gebrauchen können.    

Die Knappheit der Arbeitskräfte in Tschechien führt auch zu einer zunehmenden Beschäftigung deutscher Arbeitnehmer in Tschechien, was früher vor allem wegen unterschiedlicher Lohnhöhen undenkbar war. Qualifizierte deutsche Arbeitskräfte finden in Tschechien immer mehr Einstellungsgelegenheiten. Es wird dementsprechend erwartet, dass in der Zukunft die Arbeitsmigration von Deutschland nach Tschechien nichts ungewöhnliches sein wird.

Quelle: Auszug aus der tschechischen Tagespresse in Dezember 2007 und Januar 2008  

 

 

 

 



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